
Jens
Hentschel-
Thöricht
Mitglied des Sächsischen Landtags

20. April 2026
Corona-Politik in Sachsen: Milliarden ausgegeben, Kontrolle unzureichend – Staatsregierung hat Transparenzproblem
Die Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf die Kleine Anfrage (Drs. 8/6300) des Landtagsabgeordneten und Mitglied im Corona-Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags Jens Hentschel-Thöricht (BSW) offenbart erhebliche Defizite bei Transparenz, Steuerung und parlamentarischer Kontrolle der Corona-Politik im Freistaat. Bereits die Dimension der Ausgaben ist erheblich: Allein über den Corona-Bewältigungsfonds wurden im Jahr 2020 rund 1,47 Milliarden Euro eingesetzt, hinzu kommen 153 Millionen Euro im Jahr 2021 und rund 120 Millionen Euro im Jahr 2022. Die Staatsregierung bestätigt weiterhin, dass zentrale Daten zu Programmen, Maßnahmen und Ausgaben nicht gebündelt vorliegen und nur durch aufwändige händische Auswertung tausender Dokumente ermittelt werden könnten. Für einzelne Auswertungen wird ein Aufwand von mindestens 140 Arbeitsstunden angesetzt. Eine vollständige Beantwortung der Anfrage wurde deshalb in wesentlichen Teilen verweigert – mit dem Hinweis, dies würde die Funktionsfähigkeit der Verwaltung gefährden. Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht: „Wenn eine Regierung nicht in der Lage ist, den Einsatz von Milliarden an Steuergeld transparent darzustellen, dann liegt kein Einzelfehler vor, sondern ein strukturelles Problem.“ Besonders kritisch ist, dass die Staatsregierung selbst eine teilweise Beantwortung ablehnt – obwohl es um die Kontrolle von staatlichem Handeln geht. Damit wird das parlamentarische Fragerecht faktisch eingeschränkt. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass zentrale Ausgabenbereiche – etwa im Polizeibereich –gar nicht offengelegt werden. Detaillierte Informationen zu Empfängern, insbesondere im Gesundheitsbereich, werden unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse vollständig verweigert. „Das bedeutet im Klartext: Wichtige Teile der Corona-Finanzströme bleiben eine Blackbox – selbst für das Parlament“, so Hentschel-Thöricht. Eine andere Kleine Anfrage (Drs. 8/6299) hatte zuvor aufgezeigt, dass ein grundlegendes Organisationsproblem bestand: Statt klarer, vorbereiteter Strukturen entstand in der Krise ein Nebeneinander zahlreicher Arbeitsgruppen, Krisenstäbe und Task Forces, die immer wieder neu gebildet und angepasst wurden. Dieses Vorgehen deutet auf fehlende Vorbereitung und mangelnde strategische Steuerung hin. Zugleich verlagerte sich die politische Entscheidungsfindung weitgehend in die Exekutive: Maßnahmen wurden überwiegend per Verordnung umgesetzt, während der Landtag kaum eingebunden war. „In einer der größten Krisen der letzten Jahrzehnte wurde das Parlament nicht als gestaltendes Organ eingebunden. Das ist ein massives Demokratiedefizit“, so Hentschel-Thöricht. Ein weiteres zentrales Problem: Eine systematische Bewertung der Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen ist nicht erkennbar. In vielen Fällen fehlen belastbare Angaben dazu, ob eingesetzte Mittel ihre Ziele erreicht haben oder nicht. Statt nachvollziehbarer Gesamtbewertungen finden sich vor allem fragmentierte Einzelaufstellungen. Fazit: Sachsen hat Milliarden ohne ausreichende Kontrolle ausgegeben, zentrale Daten sind nicht verfügbar, die parlamentarische Kontrolle wird eingeschränkt und eine echte Evaluierung fehlt – die Staatsregierung hat ein Transparenzproblem. „Das ist kein tragfähiger Umgang mit Steuergeld. Sachsen braucht endlich eine vollständige, transparente und unabhängige Aufarbeitung der Corona-Politik. Nur so lässt sich verlorenes Vertrauen zurückgewinnen“, so Hentschel-Thöricht abschließend.

Besuch im Brand- und Katastrophenschutzzentrum Vogtland (FloBIZ)
Gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Ulf Lange habe ich das Brand- und Katastrophenschutzzentrum Vogtland in Treuen-Eich besucht. Empfangen wurden wir vom Kreisbrandmeister des Vogtlandkreises, Gerd Pürzel, sowie vom Sachbearbeiter Katastrophenschutz, Thomas Schlosser. In einem intensiven Fachgespräch erhielten wir zunächst einen fundierten Überblick über Aufgaben, Struktur und aktuelle Herausforderungen der Einrichtung. Deutlich wurde dabei: Das Zentrum arbeitet auf einem hohen fachlichen Niveau, steht aber – wie viele Bereiche des Brand- und Katastrophenschutzes – unter erheblichem finanziellen Druck. Positiv hervorzuheben ist die enge und funktionierende Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kreisfeuerwehrverband, die sich im gesamten Ablauf spürbar widerspiegelt. Im anschließenden Rundgang wurde der hohe Standard der technischen Ausstattung sowie die funktionale Organisation der Abläufe sichtbar. Das Zentrum ist modern aufgestellt und bietet gute Voraussetzungen für Ausbildung, Einsatzvorbereitung und Koordination im Ernstfall. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem integrierten Florianbildungszentrum (FloBIZ). Diese Einrichtung richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche und setzt früh an: Brandschutz- und Sicherheitserziehung werden hier praxisnah, altersgerecht und interaktiv vermittelt. Besuchergruppen – insbesondere aus Kitas und Schulen – lernen spielerisch, wie Feuer entsteht, wann es nützt und wann es gefährlich wird, wie Brände verhindert werden können und wie Einsatzkräfte arbeiten. Das FloBIZ ist damit mehr als ein pädagogisches Angebot – es ist ein strategisches Instrument zur Nachwuchsgewinnung. Gerade im Brand- und Katastrophenschutz, der auf ehrenamtliches Engagement angewiesen ist, entscheidet frühzeitige Ansprache über die Zukunftsfähigkeit der Strukturen. Der Vogtlandkreis geht hier konsequent den richtigen Weg. Besonders sinnvoll ist zudem die Öffnung für Klassenfahrten und organisierte Gruppenbesuche, wodurch eine breite Wirkung erzielt werden kann. Gleichzeitig wurde im Gespräch auch klar benannt, wo konkreter Unterstützungsbedarf besteht. Für Ausbildungs- und Übungszwecke werden beispielsweise dringend geeignete Übungsobjekte wie Kesselwagen, Personenwagen oder auch Straßenbahnwagen gesucht. Hinweise oder Unterstützung aus der Praxis gern per Mail an mich. Fazit: Ein starker Termin mit hohem Erkenntnisgewinn. Moderne Infrastruktur, engagierte Verantwortliche und ein klarer Fokus auf Nachwuchsarbeit – aber auch strukturelle Herausforderungen, insbesondere bei der finanziellen Ausstattung. Wer den Brand- und Katastrophenschutz ernst nimmt, muss genau hier ansetzen: investieren, stärken und langfristig absichern.

14. April 2026
BSW-Fraktion absolviert ersten Regionaltag in Nordsachsen
Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag hat am 14. April erfolgreich ihren ersten Regionaltag in Nordsachsen durchgeführt. Neben Infoständen in Delitzsch, Oschatz und Torgau trafen sich BSW-Abgeordnete mit Landrat Kai Emanuel und besuchten das Kreiskrankenhaus Delitzsch und das Polizeirevier Oschatz. Der Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke sagt: „Im Landratsamt wie im Krankenhaus wurde deutlich, dass die Finanzierungsfähigkeiten des Kreises endgültig erschöpft sind. Zahlungsunfähigkeiten werden durch immer neue Kassenkredite abgewendet, notwendige Investitionen in Gesundheitsversorgung, Infrastruktur, Bildung und Kultur bleiben auf der Strecke. Die aktuelle Krankenhausreform wird das Problem weiter verschärfen. Die Staatsregierung muss sofort handeln und endlich mit Weitblick investieren.“ Der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion Jens Hentschel-Thöricht dazu: „Polizeipräsident René Demmler hat deutlich gemacht, dass die Kollegen vor Ort für ihre Arbeit brennen, aber die Personaldecke dünn ist und manche bürokratische Anforderung vorher besser durchdacht werden müsste. Insbesondere das immer häufigere Einschalten der Polizei aufgrund von psychischer Überforderung bereitet ihm Sorgen. Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte um diese Entwicklung.“ Der für den Wahlkreis Nordsachsen nun zuständige Landtagsabgeordnete Eric Recke schließt ab: „Wir gehen weiter in die Fläche und wollen den ländlichen Raum stärken. Ich habe dafür ein Büro in Eilenburg eröffnet und freue mich auf die Anfragen und Hinweise der Menschen aus Nordsachsen. Die hart arbeitenden Menschen dort verdienen es, genauso gehört zu werden wie die Menschen aus Leipzig und Dresden.“

30. März 2026
Besuch der vierten Besuchergruppe im sächsischen Landtag
Ich durfte bereits die vierte Besuchergruppe im sächsischen Landtag in Dresden begrüßen. Es war mir eine große Freude, engagierte Bürgerinnen und Bürger aus meiner Heimatregion aber auch aus dem Leipziger Land und Nordsachsen in das politische Herz Sachsens einzuladen – gerade jetzt in dieser turbulenten Zeit. Ich hoffe, der Blick hinter die Kulissen des Landtages war für alle spannend und interessant. Im gemeinsamen Gespräch ging es offen und lebendig zu – mit vielen Fragen, ehrlichem Interesse und guten Gedanken für unsere Region. Solche Begegnungen zeigen immer wieder, wie viel Engagement, Herzblut und Verantwortungsgefühl in unserem Sachsen steckt. Ich danke allen, die dabei waren, für ihr Interesse und die Begegnung auf Augenhöhe. Ich freue mich auf ein Wiedersehen – ob im Landtag, bei uns im Landkreis Görlitz oder in anderen Teilen unseres Freistaates.

28. März 2026
Luftrettung in Sachsen:
Neuer Standort zur Optimierung überfällig – Entscheidung für Mittelsachsen jetzt treffen
Der Freistaat Sachsen könnte seine Luftrettung deutlich weiter optimieren – doch die Entscheidung für einen zusätzlichen Standort lässt weiter auf sich warten. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6006) des Landtagsabgeordneten Jens Hentschel-Thöricht (BSW) hervor. Bereits 2021 wurde gutachterlich empfohlen, eine weitere Station in der geografischen Mitte Sachsens einzurichten, um insbesondere ländliche Regionen besser zu versorgen. Ziel: schnellere Hilfe im Notfall und stabilere Hilfsfristen. „Der Bedarf ist seit Jahren belegt – jetzt muss endlich entschieden werden“, erklärt Hentschel-Thöricht, Sprecher für Brandschutz, Rettungsdienst sowie Bevölkerungs- und Katastrophenschutz der BSW-Fraktion. Positiv sei, dass die Landesdirektion Sachsen bereits einen konkreten Standort geprüft habe. Die Verzögerung sei auf einen Eigentümerwechsel am vorgesehenen Standort zurückzuführen und liege damit nicht im Verantwortungsbereich der Behörde. „Die Fachseite ist vorbereitet. Jetzt braucht es eine schnelle Festlegung eines geeigneten Standorts, damit die Umsetzung starten kann“, so Hentschel-Thöricht. Aus Sicht des BSW ist klar: Die Grundlagen liegen vor, der Nutzen ist unstrittig – entscheidend ist jetzt das Tempo. „Sicherheit darf nicht am Tempo von Verfahren scheitern. Wer die Notfallversorgung verbessern will, muss Entscheidungen treffen – nicht weiter auf Zeit spielen.“ Hentschel-Thöricht fordert eine zügige Standortentscheidung für Mittelsachsen, anschließend den kurzfristigen Start der weiteren Planungs- und Vergabeverfahren sowie eine transparente Zeitschiene für die Umsetzung. Hintergrund: Der Freistaat Sachsen arbeitet seit mehreren Jahren an der Weiterentwicklung der Luftrettungsstruktur. Eine zusätzliche Station soll insbesondere die Versorgung im ländlichen Raum weiter verbessern.

28. März 2026
Notstromaggregate für die Ukraine – Staatsregierung hilft nach außen, hat aber
die eigene Krisenvorsorge aus dem Blick verloren
Die Sächsische Staatsregierung hat seit 2022 mindestens rund 160 Notstromaggregate an die Ukraine geliefert – finanziert vollständig aus Landesmitteln. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt über 300.000 Euro. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6071) des Landtagsabgeordneten Jens Hentschel-Thöricht (BSW) hervor. Gleichzeitig zeigt eine weitere Anfrage zur Blackout-Vorsorge in Sachsen (Drs. 8/5428): Der Freistaat hat bis heute keine vollständige Übersicht über die Notfallpläne seiner Kommunen. Für Hentschel-Thöricht ist diese Kombination politisch nicht akzeptabel: „Humanitäre Hilfe ist richtig. Aber sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im eigenen Land erhebliche Defizite bei der Krisenvorsorge haben.“ Besonders kritisch bewertet der Sprecher für Brandschutz, Rettungsdienst, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, dass die Hilfsmaßnahmen vollständig aus dem sächsischen Haushalt finanziert wurden. Weder Bundes- noch EU-Mittel wurden eingesetzt. „Der Freistaat übernimmt hier Aufgaben, die eigentlich auf Bundes- oder europäischer Ebene getragen werden müssten. Gleichzeitig fehlen uns an anderer Stelle grundlegende Daten und Strukturen, um die eigene Bevölkerung im Krisenfall verlässlich zu schützen.“ Der Vergleich mit der Situation im Inland zeigt aus Sicht des BSW eine klare Schieflage: Während internationale Hilfen strukturiert organisiert werden, fehlt es im eigenen Land an Transparenz und Steuerung. „Sachsen weiß genau, wie viele Generatoren geliefert wurden – aber nicht, wie gut die eigenen Kommunen auf einen längeren Stromausfall vorbereitet sind. Das ist das eigentliche Problem.“ Hentschel-Thöricht fordert daher eine vollständige und verbindliche Bestandsaufnahme der kommunalen Krisenvorsorge, klare Mindeststandards für Notfallpläne, insbesondere für länger andauernde Stromausfälle sowie die Einbindung von Bundes- und EU-Mitteln bei internationalen Hilfsleistungen. Hentschel-Thöricht abschließend: „Krisenvorsorge beginnt vor der eigenen Haustür. Wer Sicherheit ernst nimmt, muss zuerst im eigenen Land für stabile Strukturen sorgen – und darf Hilfe nach außen nicht auf Kosten der eigenen Resilienz organisieren.“

