
Jens
Hentschel-
Thöricht
Mitglied des Sächsischen Landtags

20. August 2026
Richtfest am Bahnhof Seifhennersdorf: Gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten
Ich war beim Richtfest am Bahnhof Seifhennersdorf zu Gast. Dabei nutzte ich die Gelegenheit, mir vor Ort ein Bild von der bisherigen Arbeit und dem großen Engagement des Bahnhofsvereins zu machen. Was hier geleistet wird, verdient Anerkennung. Mit viel Zeit, Tatkraft und Ausdauer setzen sich die Mitglieder des Vereins dafür ein, den Bahnhof zu erhalten und mit neuem Leben zu füllen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und ihre Ideen konsequent umsetzen. Das Richtfest war nicht nur ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung des Bahnhofs, sondern auch eine gute Gelegenheit für persönliche Gespräche. Mit den anwesenden Stadträten habe ich mich über die aktuelle Situation in Seifhennersdorf, bestehende Herausforderungen und die weitere Entwicklung der Stadt ausgetauscht. Solche Initiativen stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und schaffen neue Perspektiven für die Region. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten, den ehrenamtlichen Helfern, den Unterstützern und den Verantwortlichen des Bahnhofsvereins. Ich wünsche dem Projekt weiterhin viel Erfolg, tatkräftige Unterstützung und gutes Gelingen bei den nächsten Schritten.

16. August 2026
„SO NICHT!“ – BSW-Görlitz warnt vor dem Abbau sozialer Sicherheit
Mit Großflächenplakaten macht die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag derzeit im gesamten Freistaat auf die Folgen der geplanten Sozialreformen der Bundesregierung aufmerksam. Unter dem Motto „SO NICHT!“ verbindet die Fraktion öffentlichen Protest mit konkreten parlamentarischen Initiativen. Jens Hentschel-Thöricht, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Fraktion BSW/FWZ im Kreistag Görlitz unterstützt die Kampagne und erklärt: „Die Menschen sollen immer mehr bezahlen, während sich der Staat bei Pflege, Gesundheit, Bildung und öffentlicher Infrastruktur zurückzieht. Deshalb sagen wir „SO NICHT!“, denn dies ist der falsche Weg. Reformen sind notwendig – aber sie dürfen nicht zulasten von Familien, Pflegebedürftigen, Beschäftigten und Menschen mit kleinen oder mittleren Einkommen gehen. Wer Milliarden für Aufrüstung ausgibt, darf anschließend nicht behaupten, für soziale Sicherheit und funktionierende Kommunen sei kein Geld mehr da.“ Besonders deutlich zeigen sich die Folgen bei der Finanzlage des Landkreises Görlitz und seiner Kommunen. Im Kreishaushalt 2026 klafft ein Defizit von rund 135 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Jugendhilfe, Soziales, Pflege, Unterbringung und weitere gesetzliche Pflichtaufgaben. Um zahlungsfähig zu bleiben, ist der Landkreis inzwischen in erheblichem Umfang auf Kassenkredite angewiesen. Auch die Kreisumlage belastet Städte und Gemeinden, deren eigene Haushalte bereits unter starkem Druck stehen. Dazu erklärt Hentschel-Thöricht: „Der Landkreis Görlitz befindet sich nicht deshalb in finanzieller Not, weil hier über die Verhältnisse gelebt wurde. Bund und Freistaat beschließen Leistungen und Standards, lassen die Kommunen aber mit einem wachsenden Teil der Kosten allein. Am Ende fehlt das Geld für Schulen, Straßen, den öffentlichen Nahverkehr, soziale Angebote und den Bevölkerungsschutz.“ Die zunehmende Verschuldung löst die strukturellen Probleme nicht, sondern verschiebt sie lediglich in die Zukunft. Gleichzeitig verschärft eine steigende Kreisumlage die Finanznot der Städte und Gemeinden. „Es darf keinen finanziellen Dominoeffekt geben, bei dem der Landkreis seine Haushaltsprobleme über die Kreisumlage an die Kommunen weiterreicht und diese anschließend Schwimmbäder, Jugendangebote, Kultur oder Vereinsförderung streichen müssen. Bund und Freistaat müssen endlich vollständig für die Aufgaben bezahlen, die sie den Landkreisen und Gemeinden übertragen. Sachsen braucht eine dauerhafte und bedarfsgerechte Kommunalfinanzierung statt immer neuer Förderprogramme und kurzfristiger Nothilfen.“ Auch bei der wohnortnahen Gesundheitsversorgung zeigen sich die Folgen einer Politik, die den ländlichen Raum zunehmend unter Kostenvorbehalt stellt. Lange Wege zu Haus- und Fachärzten, fehlende Praxisnachfolger, steigende Pflegekosten und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Krankenhäuser treffen im Landkreis Görlitz besonders viele ältere Menschen und Familien. Hentschel-Thöricht erklärt: „Soziale Sicherheit entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag: Gibt es noch einen Hausarzt in erreichbarer Nähe? Bleiben unsere Krankenhausstandorte erhalten? Ist ein Pflegeplatz bezahlbar? Können Eltern auf eine wohnortnahe Kita und Schule zählen? Der Landkreis Görlitz darf nicht zum Versorgungsgebiet zweiter Klasse werden.“ Die BSW-Fraktion hat bereits erste Anträge in den Sächsischen Landtag eingebracht, weitere parlamentarische Initiativen werden folgen. Ziel ist es, soziale Sicherheit zu stärken, die öffentliche Daseinsvorsorge zu erhalten und weitere Belastungen für Bürger, Familien und Kommunen zu verhindern. Mit Blick auf den Doppelhaushalt 2027/2028 fordert das BSW von der Sächsischen Staatsregierung eine klare soziale und kommunale Prioritätensetzung. Sachsen ist aufgrund seiner Altersstruktur und seiner vielen ländlichen Regionen von Einschnitten bei Pflege, Gesundheit und öffentlicher Infrastruktur besonders stark betroffen. Das BSW fordert daher konkret: - Pflege bezahlbar halten: Eigenanteile in Pflegeheimen deutlich und dauerhaft begrenzen, pflegende Angehörige besser unterstützen und wohnortnahe Pflegeangebote stärken. - Gesundheitsversorgung sichern: Hausarztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser insbesondere im ländlichen Raum erhalten sowie die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ausbauen. - Kitas und Schulen erhalten: Kleine Einrichtungen durch flexible Lösungen sichern, dem Lehrer- und Fachkräftemangel wirksam begegnen sowie Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams stärken. - Familien entlasten: Familien und Alleinerziehende gezielt unterstützen, notwendige Hilfen für Kinder und Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf sichern und die beitragsfreie Familienversicherung erhalten. - Kommunen handlungsfähig machen: Städte, Gemeinden und Landkreise finanziell so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen und soziale, kulturelle sowie öffentliche Angebote erhalten können. - Sozialen Zusammenhalt stärken: Barrierefreie und konsumfreie Begegnungsorte sichern und vor allem in ländlichen Regionen ausbauen. Hentschel-Thöricht abschließend: „Wir sagen klar: SO NICHT! Wir werden uns im Sächsischen Landtag gegen einen erneuten Kürzungshaushalt auf Kosten der Menschen stellen. CDU und SPD müssen erklären, welche Prioritäten sie setzen wollen. Wer Milliarden für andere politische Projekte mobilisieren kann, darf den Bürgern nicht gleichzeitig erzählen, bei Pflege, Gesundheit, Familien oder Kommunen sei kein Geld mehr da. So nicht!“ Weitere Informationen zur Kampagne und zu den parlamentarischen Initiativen der BSW-Fraktion finden Sie unter: https://bsw-fraktion-sachsen.de/fuer-die-menschen/

13. August 2026
Operationsplan Deutschland:
Sachsen hält Bundeswehr-Aufträge an zivile Retter offen
Staatsregierung kennt weder Kosten noch Folgen für die Einsatzbereitschaft – BSW warnt vor Militarisierung von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz
Sachsens Staatsregierung hält im Zuge des Operationsplans Deutschland Beauftragungen von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutzeinheiten durch die Bundeswehr ausdrücklich offen. Welche Aufgaben, Kosten und Folgen für die zivile Einsatzbereitschaft damit verbunden wären, kann sie nicht benennen. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des BSW-Landtagsabgeordneten Jens Hentschel-Thöricht hervor (Drs. 8/7508). Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht, Parlamentarischer Geschäftsführer sowie Sprecher für Brand-, Rettungs-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Die Staatsregierung lässt eine entscheidende Hintertür offen: Heute sind angeblich keine zusätzlichen Aufgaben vorgesehen, morgen können zivile Einsatzkräfte von der Bundeswehr beauftragt werden. Für uns ist die Grenze klar: Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutz sind keine Personal- und Materialreserve der Bundeswehr. Das BSW lehnt jede Militarisierung der Gesellschaft ab. Der Rettungsdienst muss ausschließlich seinem zivilen Versorgungsauftrag dienen. Personal, Rettungswagen und medizinische Kapazitäten werden für die Notfallversorgung der Bevölkerung gebraucht und dürfen nicht für militärische Aufgaben verplant werden. Schon heute arbeiten viele Rettungsdienste an der Belastungsgrenze.“ Die Antwort offenbart zugleich erhebliche Planungslücken. Obwohl die Innenministerkonferenz die vollständige zivile Verteidigungsfähigkeit bis spätestens 2029 herstellen will, ist die sächsische Umsetzungskonzeption noch in Arbeit. Ein eigenes Referat „Zivilschutz“ entstand erst im April 2026. Die ressortübergreifende Auftaktveranstaltung mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe soll im Oktober stattfinden. Bundeseinheitliche Fähigkeitsziele fehlen bislang. Hentschel-Thöricht: „Drei Jahre vor dem Zieljahr kennt die Staatsregierung weder den konkreten Personalbedarf noch die Kosten oder die Auswirkungen auf Feuerwehren und Katastrophenschutz. Das ist keine belastbare Vorsorge. Sachsen braucht einen starken zivilen Bevölkerungsschutz für Naturkatastrophen, schwere Unglücke, Stromausfälle und andere Gefahren – aber keine Unterordnung ziviler Strukturen unter militärische Interessen.“ Auch eine landesweite Schutzraumplanung liegt nicht vor. Der Bund finalisiert derzeit eine Schutzraumstrategie; aus Sachsen beteiligt sich bislang lediglich Chemnitz an einem Pilotprojekt zur Erfassung möglicher öffentlicher Zufluchtsräume. Besonders brisant: Zu weiteren sächsischen Umsetzungsmaßnahmen verweigert die Staatsregierung unter Hinweis auf Geheimschutzbelange jede Auskunft. Selbst eine Unterrichtung nach der Geheimschutzordnung des Landtags lehnt sie ab, weil ihr der Kreis der zugangsberechtigten Abgeordneten und Beschäftigten zu groß sei. „Geheimschutz ist bei operativen Details nachvollziehbar. Er darf aber nicht zum Freibrief werden, das Parlament vollständig von der Kontrolle auszuschließen. Abgeordnete müssen zumindest in einem geeigneten geschützten Verfahren prüfen können, welche zivilen Strukturen betroffen sind, welche Kosten entstehen und ob die Versorgung der Bevölkerung gesichert bleibt.“ Die BSW-Fraktion fordert deshalb: - eine klare politische und rechtliche Trennung zwischen zivilem Bevölkerungsschutz und militärischen Aufgaben, - keine Bundeswehr-Aufträge an zivile Einsatzorganisationen und den ausschließlichen Einsatz des Rettungsdienstes für seinen zivilen Versorgungsauftrag, - eine verbindliche sächsische Konzeption mit Zeitplan, Schutzraumstrategie sowie vollständig ermitteltem und finanziertem Personal- und Sachbedarf, - eine wirksame parlamentarische Kontrolle in einem geeigneten geschützten Verfahren. Hentschel-Thöricht abschließend: „Vorsorge für die Menschen ist notwendig. Militarisierung ist es nicht. Jeder Euro und jede zusätzliche Kapazität im Brand-, Rettungs- und Katastrophenschutz muss der Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung zugutekommen – nicht militärischen Planungen.“

12. August 2026
Sprengstoffdrohne in Leipzig: Schutzsysteme versagten – zentrale Behörde fehlt im Innenausschuss
BSW fordert aktuelle Risikobewertung für Flughafen und kritische Infrastruktur sowie leistungsfähige Abwehr autonomer Drohnen
Wer steuerte die mit Sprengstoff bestückte Drohne am Flughafen Leipzig/Halle? Welches Ziel sollte getroffen werden? Und warum wurde das Fluggerät von den vorhandenen Sicherheitssystemen nicht rechtzeitig erkannt? Diese entscheidenden Fragen blieben nach der nichtöffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses aus Sicht der BSW-Fraktion unbeantwortet. Besonders kritisch: Das für Luftsicherheit zuständige Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) war in der Sitzung nicht vertreten. Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht, Parlamentarischer Geschäftsführer sowie Sprecher für Brand-, Rettungs-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne konnte in einen hochsensiblen Bereich des Flughafens gelangen, ohne rechtzeitig erkannt zu werden. Trotzdem wissen wir weiterhin nicht, wer dahintersteckt, welches Ziel verfolgt wurde und warum die Schutzsysteme versagt haben. Die Sondersitzung hat die entscheidenden Fragen nicht geklärt.“ Die BSW-Fraktion hatte der Staatsregierung vor der Sitzung einen umfangreichen Fragenkatalog übermittelt. Gefragt wurde unter anderem nach möglichen Tätern und Auftraggebern, der technischen Beschaffenheit der Drohne, denkbaren Zusammenhängen mit früheren Sabotagefällen, dem möglichen Anschlagsziel sowie den Konsequenzen für die Drohnenabwehr. Belastbare und öffentlich nachvollziehbare Belege für eine bestimmte Urheberschaft wurden nicht vorgelegt. Die BSW-Fraktion warnt deshalb vor vorschnellen politischen Schuldzuweisungen. Hentschel-Thöricht: „Wer von einem hybriden Angriff spricht, muss belegte Tatsachen klar von Arbeitshypothesen trennen. Gerade in der gegenwärtigen internationalen Lage darf Sicherheitspolitik nicht auf Spekulationen beruhen. Ermittelt werden muss ergebnisoffen – unabhängig davon, ob staatliche, extremistische, kriminelle oder andere Hintergründe infrage kommen.“ Der Flughafen Leipzig/Halle wird überwiegend zivil genutzt, zugleich werden dort militärische und militärnahe Transporte abgewickelt. Als einer der großen europäischen Frachtflughäfen besitzt Leipzig/Halle erhebliche Bedeutung für die zivile und internationale Logistik. „Jetzt ist eine aktuelle und umfassende Risikobewertung notwendig. Der Schutz des Flughafens Leipzig/Halle muss höchste Priorität haben“, erklärt Hentschel-Thöricht. Die fehlende Beteiligung des SMIL habe die parlamentarische Aufklärung erheblich erschwert: „Bei einem möglichen Anschlag auf kritische Verkehrs- und Logistikinfrastruktur müssen alle zuständigen Stellen gegenüber dem Parlament auskunftsfähig sein. Es ist nicht akzeptabel, dass ausgerechnet das für Luftsicherheit zuständige Ministerium fehlt.“ Die Sitzung verdeutlichte zudem technische Lücken bei der Drohnenabwehr. Die vorhandenen Systeme sind vor allem auf handelsübliche und funkgesteuerte Drohnen ausgerichtet. Offen blieb, wie technisch veränderte, autonome oder ohne auswertbare Funkverbindung operierende Fluggeräte zuverlässig erkannt, verfolgt und abgewehrt werden sollen. Hentschel-Thöricht abschließend: „Die Drohnenabwehr hält mit der technischen Entwicklung nicht Schritt. Sachsen muss auch nicht-handelsübliche und autonome Drohnen zuverlässig erkennen und abwehren können. Das gilt nicht nur für den Flughafen Leipzig/Halle. Auch die Mikroelektronik im Silicon Saxony sowie die Wasser- und Energieversorgung können Ziele von Sabotage oder Spionage werden. Der Freistaat braucht deshalb moderne Detektions- und Abwehrsysteme und ausreichend spezialisiertes Personal. Der Schutz kritischer Infrastruktur darf nicht erst verbessert werden, wenn der nächste Vorfall eintritt.“

10. August 2026
„SO NICHT!“ – BSW startet landesweite Kampagne gegen Sozialkürzungen
Großflächenplakate und parlamentarische Initiativen des BSW für Sachsens Bürger gegen zusätzliche Belastungen bei Pflege, Gesundheit, Bildung, Familien und Kommunen – ob Pflege, Gesundheit, Kitas, Schulen oder kommunale Leistungen: Fast täglich werden neue Kürzungen und zusätzliche Belastungen diskutiert. Gleichzeitig steigen für viele Menschen die Lebenshaltungskosten, während die soziale und öffentliche Infrastruktur zunehmend unter Druck gerät. Gegen diese Entwicklung startet die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag die landesweite Kampagne „SO NICHT!“. Mit Großflächenplakaten im gesamten Freistaat (ab 11./14. August) und einer Reihe parlamentarischer Initiativen setzt die Fraktion ein klares Zeichen: Notwendige Reformen dürfen nicht auf Kosten von Pflegebedürftigen, Familien, Beschäftigten, Kindern oder Kommunen gehen. Erste Anträge hat die BSW-Fraktion bereits in den Sächsischen Landtag eingebracht, weitere werden folgen. Ziel ist es, soziale Sicherheit zu stärken, die öffentliche Daseinsvorsorge zu erhalten und zusätzliche Belastungen der Bürger zu verhindern. Mit Blick auf den kommenden Doppelhaushalt 2027/2028 fordert die Fraktion von der Staatsregierung eine klare soziale und kommunale Prioritätensetzung. Sachsen ist von den aktuellen Entwicklungen besonders betroffen. Der Freistaat gehört zu den Bundesländern mit dem höchsten Altersdurchschnitt. Zugleich kämpfen insbesondere ländliche Regionen mit Ärztemangel, Apothekenschließungen, steigenden Pflegekosten und einer zunehmend ausgedünnten sozialen Infrastruktur. Kommunen fehlt vielfach das Geld, um freiwillige Angebote, Begegnungsorte und wichtige Einrichtungen dauerhaft zu erhalten. Wo Pflege unbezahlbar wird, Arztpraxen und Apotheken verschwinden, Kitas und Schulen um ihren Erhalt kämpfen und Kommunen kaum noch Gestaltungsspielräume haben, verliert Heimat Stück für Stück an Lebensqualität. Dazu erklärt Ronny Kupke, Vorsitzender der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Reformen sind notwendig. Aber Reform darf nicht bedeuten, dass Pflegebedürftige ihr Erspartes aufbrauchen, Familien stärker belastet werden und Kommunen für Entscheidungen aus Berlin bezahlen müssen. Wer bei Gesundheit, Pflege, Bildung und sozialer Infrastruktur kürzt, spart nicht – er verlagert Kosten und verschärft die Probleme. Genau dazu sagen wir: SO NICHT. Unsere Plakate machen diese Botschaft im ganzen Land sichtbar. Entscheidend ist aber die parlamentarische Arbeit dahinter. Wir legen konkrete Vorschläge vor, um soziale Sicherheit zu stärken, die Daseinsvorsorge zu erhalten und weitere Belastungen der Menschen zu verhindern.“ Den inhaltlichen Rahmen der Kampagne bildet der Antrag der BSW-Fraktion „Soziale Sicherheit und gute Lebensbedingungen in Sachsen sichern – Gesundheit, Pflege und Bildung stärken“ (Drs. 8/7171, s. Anhang). Er ist Teil einer Reihe parlamentarischer Initiativen, mit denen die Fraktion konkrete Alternativen zu Kürzungen und Kostenverschiebungen vorlegt. Im Mittelpunkt stehen folgende Forderungen: - Pflege bezahlbar halten: Eigenanteile in Pflegeheimen deutlich und dauerhaft begrenzen, pflegende Angehörige besser beraten und entlasten sowie kommunale Pflege- und Unterstützungsstrukturen stärken. - Gesundheitsversorgung sichern: Hausarztpraxen und Apotheken insbesondere im ländlichen Raum stabilisieren, regionale Versorgungsstrukturen ausbauen und die psychiatrische sowie psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessern. - Kitas und Schulen erhalten: Flexible Lösungen für kleine Einrichtungen ermöglichen, die Lehrer- und Fachkräfteversorgung verbessern sowie Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams stärken. - Familien entlasten: Familien und Alleinerziehende finanziell unterstützen, individuelle Hilfen für Kinder und Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf sichern und die beitragsfreie Familienversicherung erhalten. - Kommunen handlungsfähig machen: Städte, Gemeinden und Landkreise finanziell so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen und wichtige soziale, kulturelle und öffentliche Angebote erhalten können. - Sozialen Zusammenhalt stärken: Niedrigschwellige, barrierefreie und konsumfreie Begegnungsorte erhalten und insbesondere in ländlichen Regionen ausbauen. Soweit bundesgesetzliche Änderungen erforderlich sind, soll sich die Staatsregierung gegenüber der Bundesregierung und über den Bundesrat für entsprechende Lösungen einsetzen. An der Bürokratie sparen – nicht an den Menschen Jens Hentschel-Thöricht, Parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion, erklärt: „Wir stellen uns nicht gegen notwendige Veränderungen. Wir fordern aber klare Prioritäten: Bürokratie abbauen, Förderverfahren vereinfachen, Doppelstrukturen beseitigen und öffentliche Mittel zielgerichteter einsetzen. Gespart werden muss dort, wo Geld in unnötigen Verfahren und übermäßigem Verwaltungsaufwand gebunden wird – nicht bei Patienten, Pflegebedürftigen, Kindern, Familien oder sozialen Angeboten.“ Die BSW-Fraktion erwartet von der Staatsregierung, dass sie bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2027/2028 Kürzungen bei der sozialen und öffentlichen Infrastruktur verhindert und bereits beschlossene Einschnitte kritisch überprüft. Gleichzeitig muss Ministerpräsident Michael Kretschmer die Interessen Sachsens gegenüber der Bundesregierung konsequenter vertreten und weitere Kostenverschiebungen auf Länder, Kommunen und Bürger zurückweisen. Die Kampagne „SO NICHT!“ ist deshalb mehr als eine Plakataktion. Sie verbindet öffentlichen Widerspruch mit konkreten parlamentarischen Initiativen. Gute Gesundheitsversorgung, bezahlbare Pflege, verlässliche Bildung, starke Familien und handlungsfähige Kommunen sind keine Nebensache. Sie entscheiden darüber, ob Menschen in Sachsen gut leben können, ob Fachkräfte bleiben und ob Städte und Dörfer eine Zukunft haben. Die BSW-Fraktion ist überzeugt: Sachsen braucht keine Politik, die immer neue Sparvorschläge zulasten der Menschen diskutiert. Sachsen braucht eine Politik, die wieder in Menschen investiert – in Familien, Kinder und Jugendliche, Gesundheit, Pflege, Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür steht die Kampagne „SO NICHT!“ – auf den Plakaten ebenso wie im Parlament.

